Vancouver
Jung, offen und immer eine Reise wert
Vancouver - eine faszinierende Metropole in Kanada
Malerisch an der westlichen Küstenlinie Kanadas gelegen, befindet sich Vancouver direkt am Pazifik. Nach Osten schließen sich die beeindruckenden Höhenzüge der Coast Mountains an, was die Stadt in eine atemberaubende Szenerie aus Sandstränden und Bergspitzen versetzt. Diese Kombination aus Meer und Bergen macht die Stadt zu einem der landschaftlich beeindruckendsten Ziele Nordamerikas.
In den 1860er Jahren als kleine Sägewerkssiedlung im Zuge des Goldrausches gegründet und 1886 zur Stadt avanciert, entwickelte sich die Stadt bald zu einer wirtschaftlich bedeutenden Metropole. Heute zählt sie zu den lebenswertesten und gleichzeitig vielfältigsten Reisezielen weltweit.
Geografische Lage und Landschaft
Vancouver liegt auf der Burrard-Halbinsel, eingerahmt von der Georgia-Straße im Westen und den schneebedeckten Coast Mountains im Norden. Diese Lage sorgt für ein mildes, ozeanisches Klima mit vergleichsweise regenreichen Wintern und angenehm warmen Sommern.
Mit über einer halben Million Einwohnern ist Vancouver heute die größte Stadt im Westen des Landes und die drittgrößte in ganz Kanada. Zusammen mit den umliegenden Gemeinden bildet die Region Metro Vancouver einen der bevölkerungsreichsten Ballungsräume Kanadas.
Nur wenige Fahrminuten trennen die Innenstadt von dichten Wäldern, Skigebieten und unberührten Stränden. Genau diese Nähe zur Natur gilt als eines der größten Argumente für einen Besuch der Stadt.
Von zahlreichen Aussichtspunkten wie dem Grouse Mountain oder dem Cypress Mountain lässt sich die gesamte Skyline gemeinsam mit dem Pazifik im Hintergrund bestaunen. Gerade bei klarem Wetter zählen diese Ausblicke zu den schönsten der ganzen Westküste.
Auch der Fraser River, einer der längsten Flüsse Kanadas, prägt die Region südlich der Stadt maßgeblich. Entlang seiner Ufer haben sich zahlreiche Wanderwege und kleine Aussichtspunkte etabliert, die bei Einheimischen sehr beliebt sind.
Geschichte - von der Sägewerkssiedlung zur Metropole
Der Bau der transkontinentalen Eisenbahn machte die junge Siedlung in den 1880er Jahren rasch zu einem wichtigen Handelsknotenpunkt am Pazifik. Innerhalb weniger Jahrzehnte wuchs daraus eine der bedeutendsten Hafenstädte Nordamerikas .
Touristische Bedeutung erlangte Vancouver erst mit der Weltausstellung 1986, die zu Ehren der 100-Jahr-Feier von der Stadt ausgerichtet wurde. In der Folge war die bis dato touristisch unbedeutende Stadt in aller Munde und entwickelte sich zu einem interessanten Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt, der heute mehr denn je einen unvergesslichen Urlaub verspricht.
2010 richtete Vancouver zudem die Olympischen Winterspiele aus, was der Stadt international noch einmal deutlich mehr Aufmerksamkeit einbrachte. Seither zählt sie zu den bekanntesten Reisezielen an der nordamerikanischen Westküste.
Auch wirtschaftlich hat sich die Stadt seither stark gewandelt und gilt heute als wichtiger Standort für Filmproduktionen, weshalb sie in der Branche liebevoll "Hollywood North" genannt wird. Zahlreiche bekannte Serien und Kinofilme entstehen bis heute in den örtlichen Studios.
Die Weltausstellung 1986 und ihre Bauwerke
Einige der ungewöhnlichen Bauten, die im Zuge der Expo entstanden sind, prägen noch heute das Stadtbild mit. Unverwechselbar ist die geodätische Kuppel der TELUS World of Science Vancouver am Ufer des False Creek.
Bis heute wird das markante Gebäude als Museum mit wechselnden und interaktiven Ausstellungen genutzt und beherbergt gleichzeitig ein Kino, in dem wissenschaftlich relevante Filme präsentiert werden. Besonders bei Familien zählt die Kuppel zu den beliebtesten Attraktionen der Stadt.
Auch der Canada Palace und die Plaza of Nations sind von der Weltausstellung erhalten geblieben und beeindrucken mit einer einzigartigen Architektur. Beide Bauwerke werden regelmäßig für Konzerte, Messen und kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Historische Architektur der Stadt
Aufgrund der recht kurzen Geschichte der Stadt sind auch die meisten anderen Gebäude relativ jung und modern, aber nicht weniger eindrucksvoll. Zwei der ältesten erhaltenen Gebäude der Stadt sind die 1906 errichtete Vancouver Art Gallery und das Dominion Building, welches bis 1910 als das höchste Gebäude im gesamten Britischen Reich galt.
Eines der Wahrzeichen Vancouvers ist das Marine Building im Art-déco-Baustil, dessen aufwendige Fassade an ein aus dem Meer aufsteigendes Schiff erinnert. Wer sich für Architektur interessiert, sollte bei einem Stadtspaziergang unbedingt einen genauen Blick auf die Details der Fassaden werfen.
Im historischen Viertel Gastown erinnern zudem restaurierte Backsteinfassaden und kleine Gassen an die Anfänge der Stadt als Hafensiedlung. Heute reihen sich hier trendige Cafés, Boutiquen und Galerien aneinander.
Die berühmte Steam Clock, eine dampfbetriebene Uhr aus dem Jahr 1977, zählt in diesem Viertel zu den meistfotografierten Sehenswürdigkeiten. Jede volle Stunde stößt sie eine kleine Dampfwolke samt Pfeifsignal aus.
Parks und Grünflächen
Neben architektonischen Sehenswürdigkeiten bietet die Stadt auch zahlreiche Grünflächen und Parks, welche zusammen etwa 11 Prozent der Stadtfläche ausmachen. Darunter befindet sich der Stanley Park, welcher mit über 400 Hektar der größte Stadtpark Kanadas ist.
Hier findet sich der Siwash Rock, natürlich gewachsener Sekundärwald, zahlreiche Denkmäler und Totempfähle, das Vancouver Aquarium und insgesamt 200 Kilometer Rad- und Wanderwege, auf denen man Natur und Landschaft genießen kann. Der berühmte Seawall führt dabei einmal komplett um die Halbinsel und zählt zu den längsten durchgehenden Uferwegen der Welt.
Wer die Stadt aktiv erleben möchte, kann den Park bequem mit dem Fahrrad umrunden und dabei immer wieder atemberaubende Ausblicke auf das Meer und die Berge genießen.
Auch die botanischen Gärten der Stadt, etwa der VanDusen Botanical Garden, laden zu ausgedehnten Spaziergängen zwischen seltenen Pflanzenarten ein. Für Ruhesuchende sind sie ein willkommener Gegenpol zum geschäftigen Stadtzentrum.
Im Queen Elizabeth Park lässt sich zudem von einem der höchsten Punkte der Stadt ein weiter Blick über die Skyline bis zu den Bergen genießen. Ein tropisches Gewächshaus mitten im Park sorgt zusätzlich für ein kleines Kontrastprogramm zum sonst eher kühlen Klima.
Multikulturelles Leben und Chinatown
Die vergleichsweise junge Stadt blickt auf eine anhaltende Einwanderungsgeschichte zurück, wodurch das Leben hier stark multikulturell und von Toleranz geprägt ist. Nach San Francisco findet man hier die größte Chinatown in Nordamerika, die mit traditionellen Läden, Teehäusern und dem berühmten Dr. Sun Yat-Sen Classical Chinese Garden begeistert.
Andere Stadtteile sind deutlich indisch, italienisch, griechisch, japanisch oder koreanisch geprägt und bieten damit ein mannigfaltiges kulturelles und kulinarisches Angebot. Diese Vielfalt macht sich auch in unzähligen kleinen Restaurants und Straßenfesten bemerkbar.
Auf dem Gebiet der Stadt und der umliegenden Region leben zudem zahlreiche indigene Gemeinschaften, deren Kultur unter anderem in Museen und an den Totempfählen des Stanley Park sichtbar wird. Führungen mit indigenen Guides vermitteln dabei besonders authentische Einblicke.
Auch sprachlich zeigt sich die Vielfalt deutlich, denn auf den Straßen sind neben Englisch regelmäßig Mandarin, Kantonesisch, Punjabi und Tagalog zu hören. Diese Mischung aus Kulturen und Sprachen prägt den ganz eigenen, offenen Charakter des Alltags.
Feste und Veranstaltungen
Jedes Jahr wird das chinesische Neujahrsfest und das internationale Drachenbootrennen von der chinesischen Community veranstaltet und lockt viele Besucher an. Bunte Umzüge, Musik und traditionelle Speisen verwandeln die Straßen dabei für mehrere Tage in ein einziges großes Fest.
Ein weiteres jährliches Highlight ist die alljährlich im Spätsommer stattfindende Celebration of Light am Nachthimmel an den Stränden der Englischen Bucht. Zu stimmungsvoller Musik wird hier der weltweit größte Feuerwerks-Wettbewerb ausgetragen und lockt jährlich 1,5 Millionen Besucher an.
Auch das Vancouver International Film Festival und zahlreiche Musikfestivals im Sommer sorgen dafür, dass in der Stadt kaum ein Wochenende ohne kulturelles Highlight vergeht. Für Kulturfreunde lohnt sich daher ein Blick in den lokalen Veranstaltungskalender vor der Reiseplanung.
Zur Weihnachtszeit verwandelt sich die Innenstadt zudem mit funkelnden Lichterinstallationen und dem Bright Nights Festival im Stanley Park in eine stimmungsvolle Winterkulisse. Ein Besuch lohnt sich dann besonders für Familien mit kleinen Kindern.
Kulinarik, Museen und Nachtleben
Von frischem Pazifik-Lachs über asiatische Straßenküche bis hin zu gehobener Fine-Dining-Gastronomie deckt die Stadt so gut wie jeden kulinarischen Geschmack ab. Der Granville Island Public Market gilt dabei als einer der besten Orte, um regionale Produkte und Streetfood zu probieren.
Am Abend verwandeln sich Viertel wie Yaletown und Gastown in lebendige Ausgehmeilen mit Bars, Live-Musik und kleinen Craft-Breweries. Museumsliebhaber kommen zudem im Museum of Anthropology oder in der Vancouver Art Gallery voll auf ihre Kosten.
Auch zwischen diesen Großveranstaltungen findet man in der Stadt ein reiches Kulturleben in den zahlreichen Museen, Cafés und Clubs. Mit seinem mannigfaltigen Angebot aus Architektur, Natur und Kultur bleibt sie dabei stets ein Reiseziel, das erfüllende Vielfalt verspricht und hält.
Kaffeeliebhaber kommen in der ausgeprägten Cafészene ebenfalls nicht zu kurz, denn kleine Röstereien und unabhängige Coffeeshops prägen fast jedes Viertel. Viele davon legen besonderen Wert auf fair gehandelte Bohnen und nachhaltige Röstverfahren.
Anreise nach Vancouver
Der Vancouver International Airport zählt zu den größten und modernsten Flughäfen Kanadas und wird von zahlreichen europäischen Airlines direkt angeflogen. Von Deutschland aus dauert ein Nonstop-Flug in der Regel etwa zehn Stunden.
Innerhalb der Stadt lässt sich fast alles bequem mit dem SkyTrain, Bussen oder kleinen Fähren über den False Creek erreichen. Ein Mietwagen lohnt sich vor allem dann, wenn im Anschluss auch die Umgebung erkundet werden soll.
Für die Einreise nach Kanada benötigen viele Nationalitäten lediglich eine elektronische Reisegenehmigung, die unkompliziert online beantragt werden kann. Ein gültiger Reisepass sollte dabei mindestens für die Dauer des gesamten Aufenthalts gültig sein.
Wer zusätzlich in die Vereinigten Staaten reisen möchte, findet an der nahen Grenze mehrere gut ausgebaute Übergänge. Ein entsprechendes Visum beziehungsweise eine ESTA-Genehmigung sollte in diesem Fall frühzeitig eingeholt werden.
Ausflüge in die Umgebung
Nur rund zwei Stunden entfernt liegt das weltberühmte Skigebiet Whistler, das im Winter Skifahrer und im Sommer Mountainbiker aus aller Welt anzieht. Eine der landschaftlich schönsten Strecken führt dabei über den kurvenreichen Sea to Sky Highway direkt an der Küste entlang.
Auch eine Fähre zur vorgelagerten Vancouver Island lohnt sich für einen Tagesausflug, etwa in die charmante Provinzhauptstadt Victoria. Wer noch mehr von Kanada sehen möchte, findet in der Umgebung außerdem zahlreiche Weinregionen und Wanderrouten in unberührter Natur.
Wanderfreunde schätzen zudem die zahlreichen Trails im Lynn Canyon Park oder am Capilano Suspension Bridge Park, die beide bequem als Tagesausflug von der Innenstadt aus erreichbar sind. Hängebrücken, Wasserfälle und dichter Regenwald sorgen hier für unvergessliche Fotomotive.
Etwas weiter südlich locken die Weinregionen des Okanagan Valley mit sanften Hügeln und zahlreichen kleinen Weingütern zur Verkostung. Eine mehrtägige Rundreise lässt sich so ideal mit einem Aufenthalt in der Küstenregion kombinieren.
Strände und Erholung am Wasser
Neben English Bay zählen auch Kitsilano Beach und Jericho Beach zu den beliebtesten Treffpunkten der Stadt an warmen Sommertagen. Beachvolleyball, Stand-up-Paddling und ausgedehnte Spaziergänge entlang der Promenade gehören hier fest zum Alltag.
Wer es lieber ruhig mag, findet an den etwas abgelegeneren Buchten der Halbinsel genügend Platz, um dem Trubel der Innenstadt für ein paar Stunden zu entfliehen. Besonders im Sommer lohnt sich ein früher Start, um die schönsten Plätze am Wasser zu ergattern.
Gerade zum Sonnenuntergang füllen sich die Strände regelmäßig mit Einheimischen, die hier nach der Arbeit entspannen oder gemeinsam grillen. Diese entspannte Atmosphäre direkt am Wasser gehört für viele Besucher zu den schönsten Erinnerungen ihrer Reise.
Beste Reisezeit
Die Monate von Juni bis September gelten als die beste Reisezeit, da in dieser Zeit die Sonnenstunden am zahlreichsten und die Niederschläge am geringsten ausfallen. Im Winter zeigt sich die Stadt dafür in einem ganz eigenen, gemütlichen Charme mit Schnee in den umliegenden Bergen.
Wer sowohl die Stadt als auch die nahen Skigebiete erleben möchte, kommt am besten zwischen Dezember und März. So lassen sich ein Städtetrip und ein Wintersporturlaub bestens miteinander verbinden.
Praktische Reisetipps
Die offizielle Währung ist der kanadische Dollar, wobei Kartenzahlung fast überall problemlos möglich ist. Trinkgeld in Höhe von etwa 15 bis 20 Prozent gehört in Restaurants und Bars zum guten Ton.
Amtssprache ist Englisch, wobei aufgrund der Nähe zum französischsprachigen Teil Kanadas viele Beschilderungen zweisprachig gehalten sind. Wer sich verständigen möchte, kommt mit Englisch jedoch problemlos durch die gesamte Stadt.
Da Regen zu jeder Jahreszeit möglich ist, gehört eine leichte, wasserfeste Jacke in jedes Gepäck. Für längere Wanderungen im Umland empfiehlt sich zudem festes Schuhwerk mit gutem Profil.
Fazit
Zwischen Pazifik und Coast Mountains gelegen, vereint Vancouver eine kaum zu überbietende Vielfalt aus Natur, Kultur und urbanem Lebensgefühl auf kleinstem Raum. Die Offenheit der Bevölkerung, die beeindruckende Architektur und die Nähe zur Natur machen die Stadt zu einem der spannendsten Reiseziele Nordamerikas.
Wer einmal die Kombination aus Großstadtflair, Bergen und Meer in Vancouver erlebt hat, versteht schnell, warum die Stadt regelmäßig zu den lebenswertesten Städten der Welt gezählt wird. Ein Aufenthalt in dieser faszinierenden Metropole bleibt garantiert unvergessen.
Ob als Auftakt für eine größere Rundreise durch Westkanada oder als eigenständiges Reiseziel für einen Städtetrip, die Stadt lässt sich flexibel an nahezu jeden Urlaubswunsch anpassen. Genau diese Anpassungsfähigkeit macht sie zu einem Ort, der immer wieder neu entdeckt werden kann.