Valencia - Strand bei Reise und Urlaubsziele

Valencia

Die drittgrößte Stadt Spaniens

Empfohlene Reisezeit: März bis November

Valencia in Spanien - Geschichte, Kultur und Lebensfreude am Mittelmeer

In der drittgrößten Stadt Spaniens berühren sich Geschichte und Moderne wie nur an wenigen Orten dieser Welt. Valencia ist die Hauptstadt der Comunidad Valenciana und liegt an der Mündung des Flusses Turia ins Mittelmeer . Etwa 320 Kilometer trennen die Stadt von der spanischen Hauptstadt Madrid.

Rund 800.000 Menschen leben direkt hier, im Großraum der Stadt sind es sogar 1,8 Millionen Einwohner. Damit zählt die Region zu den bedeutendsten Ballungsräumen an der spanischen Ostküste. Die autonome Region umfasst zudem die Provinzen Valencia, Castellón und Alicante.

Valencia wurde bereits im Jahr 138 vor Christus von den Römern gegründet. In den folgenden mehr als 2.000 Jahren erlebte die Stadt eine bewegte Geschichte unter wechselnder Vorherrschaft, die bis heute im Stadtbild sichtbar ist.

Wer zum ersten Mal an die Costa del Azahar reist, wird schnell merken, warum so viele Reisende immer wieder zurückkehren. Ein Grund dafür ist die einzigartige Mischung aus jahrtausendealter Geschichte, südländischem Lebensgefühl und moderner Architektur.

Valencia - Architektur und Orangenbaum

Unter wechselnder Vorherrschaft

Noch vor der römischen Kolonie Valentia existierte an dieser Stelle eine phönikische und später eine griechische Siedlung. Als Gründer gilt der römische Konsul Decimus Iunius Brutus Callaicus.

Die antiken Siedlungen befanden sich etwa drei Kilometer vom Meer entfernt. Dort, wo sich heute die gotische Kathedrale La Seo und der historische Altstadtkern befinden.

Im 5. nachchristlichen Jahrhundert kam die Stadt unter westgotische Vorherrschaft. Im frühen 8. Jahrhundert eroberten die Araber die Stadt und läuteten damit eine völlig neue Ära ein.

Unter dem Kalifat von Córdoba wuchs Valencia beträchtlich und wurde zu einem wichtigen Handelszentrum am Mittelmeer. Handwerk, Landwirtschaft und Wissenschaft blühten in dieser Zeit gleichermaßen auf.

Im Jahr 960 wurde hier außerdem das Tribunal de las Aguas installiert, der älteste ständige Gerichtshof der Welt. Das Wassergericht tagt bis heute wöchentlich vor der Kathedrale und regelt die jahrhundertealten Bewässerungsrechte der Huerta.

Diese Tradition zeigt, wie eng die Stadt mit ihrer fruchtbaren Agrarlandschaft verbunden ist. Bis heute versorgt die umliegende Huerta große Teile der Region mit Obst und Gemüse.

Der kastilische Ritter El Cid eroberte die Stadt im Jahr 1094 und proklamierte sie zu seinem privaten Königreich. Erst 1238 nahm König Jakob I. von Aragonien Valencia endgültig ein.

Dieses historische Ereignis wird bis heute jährlich am 9. Oktober als Feiertag begangen. Bis zum Jahr 1707 blieb die Stadt ein autonomes Königreich mit eigenen Gesetzen und Institutionen.

Bereits im 15. Jahrhundert lebten rund 75.000 Menschen hier, was Valencia zu einer der größten Metropolen Europas machte. Aus dieser Blütezeit stammen zahlreiche gotische Bauwerke, die das Stadtbild bis heute prägen.

In dieser Zeit lebten Christen, Juden und Muslime lange Zeit relativ friedlich nebeneinander, was sich noch heute in Straßennamen und Vierteln der Altstadt widerspiegelt. Erst mit der Reconquista und den folgenden Jahrhunderten veränderte sich diese multikulturelle Prägung deutlich.

Auch der Bau der Kathedrale zog sich über mehrere Jahrhunderte und vereint dadurch romanische, gotische und barocke Elemente unter einem Dach. Im Inneren wird bis heute ein Kelch aufbewahrt, der von einigen Historikern mit dem legendären Heiligen Gral in Verbindung gebracht wird.

Auch spätere Jahrhunderte hinterließen deutliche Spuren im Erscheinungsbild der Stadt. Barocke Fassaden, Renaissance-Innenhöfe und breite Handelsstraßen erzählen bis heute von dieser wechselhaften Vergangenheit.

Mittelalter trifft auf die Moderne

Valencia ist eine Stadt voller Kultur und Sehenswürdigkeiten. Kirchen und Klöster im Stil der Gotik, der Renaissance und des Barock prägen das historische Zentrum bis heute.

Die alten Stadttore, darunter die Torres de Serranos und die Torres de Quart, stammen bereits aus dem 15. Jahrhundert. Sie zählen zu den beeindruckendsten Verteidigungsbauwerken der Stadt.

Ein weiteres Highlight ist die Seidenbörse Lonja de la Seda, ein berühmtes gotisches Bauwerk. Sie wurde 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt und zählt zu den schönsten Zeugnissen der Handelsgeschichte.

Für einen deutlichen Kontrast zur mittelalterlichen Architektur sorgt die Stadt der Künste und Wissenschaften. Der spanische Architekt Santiago Calatrava entwarf dieses futuristische Areal, das heute als modernes Wahrzeichen gilt.

Dazu zählen unter anderem L'Oceanogràfic, das größte Aquarium Europas, sowie mehrere Museen, ein Opernhaus und ein Musikpalast. Auch ein botanischer Garten, eine Diskothek und das Kino L'Hemisfèric gehören zu diesem einzigartigen Komplex.

Wer Valencia lieber zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden möchte, findet im ehemaligen Flussbett des Turia einen der schönsten Parks der Stadt. Der Jardín del Turia erstreckt sich über mehrere Kilometer und verbindet zahlreiche Sehenswürdigkeiten miteinander.

Die Stadt ist außerdem jung und lebendig, es werden zahlreiche Feste gefeiert. Besonders bedeutend sind die Fallas, die traditionsreichen Frühlingsfeste der Region.

Für die Fallas werden eigens haushohe Skulpturen aus Pappmaché hergestellt, sogenannte Ninots. In der Nacht des Feuers werden diese kunstvollen Figuren schließlich feierlich verbrannt.

Täglich um 14 Uhr sorgt außerdem die Mascletà für ohrenbetäubenden Lärm auf dem Rathausplatz. Dieses pyrotechnische Schauspiel aus reinem Knall ohne Lichteffekte ist bei Einheimischen und Gästen gleichermaßen beliebt.

Wer gern ausgiebig shoppen möchte, ist hier ebenfalls genau richtig. In speziellen Einkaufsnächten sind zahlreiche Läden bis Mitternacht geöffnet.

Auch abseits der Stadt der Künste und Wissenschaften gibt es kulturell viel zu entdecken. Der Palau de la Música mit seiner markanten Glaskuppel und das Museum für moderne Kunst IVAM zählen zu den kulturellen Ankerpunkten der Stadt.

Entlang der prachtvollen Gran Vía reihen sich zahlreiche Gebäude im Stil des Jugendstils aneinander. Wer aufmerksam durch die Straßen schlendert, entdeckt an vielen Fassaden liebevoll gestaltete Details aus dieser Epoche.

Zudem ist Valencia regelmäßig Austragungsort verschiedener Kunst-, Theater-, Film- und Musikfestivals. Damit bietet die Stadt das ganze Jahr über ein abwechslungsreiches kulturelles Programm für Einheimische und Reisende aus ganz Spanien .

Märkte, Strände und Alltagsleben

Neben den bekannten Sehenswürdigkeiten lohnt sich auch ein Blick auf das ganz normale Alltagsleben. Der Mercado Central zählt zu den größten überdachten Markthallen Europas und ist täglich prall gefüllt mit frischem Obst, Fisch und regionalen Spezialitäten.

Direkt gegenüber liegt die bereits erwähnte Seidenbörse, sodass sich ein Marktbesuch ideal mit einem Stück Geschichte verbinden lässt. Viele Einheimische decken sich hier noch heute täglich mit frischen Zutaten für die Küche ein.

Nur wenige Kilometer vom Zentrum entfernt liegt der Naturpark Albufera, eine der wichtigsten Feuchtgebiete Spaniens. Hier wird noch heute der Reis angebaut, der für die traditionelle Paella verwendet wird.

Bootstouren über die Lagune bei Sonnenuntergang gehören zu den schönsten Erlebnissen der ganzen Region. Zahlreiche Wasservögel und seltene Pflanzenarten machen den Park zudem für Naturfreunde besonders interessant.

Fußballfans kommt zudem der Verein Valencia CF in den Sinn, einer der traditionsreichsten Clubs des Landes. Das Estadio Mestalla zählt zu den stimmungsvollsten Stadien Spaniens und ist an Spieltagen fest in den Händen der Fans.

Auch wirtschaftlich spielt die Stadt eine wichtige Rolle, denn der Hafen zählt zu den größten Containerhäfen des gesamten Mittelmeerraums. Gleichzeitig sorgt eine renommierte Universität für ein junges und internationales Publikum in den Straßen der Altstadt.

Der internationale Flughafen liegt nur wenige Kilometer vom Zentrum entfernt und ist mit der Metro in rund 25 Minuten erreichbar. Das macht die Anreise für Reisende aus ganz Europa besonders unkompliziert.

Auch der öffentliche Nahverkehr ist gut ausgebaut, sodass sich Sehenswürdigkeiten, Strände und Vororte bequem mit Metro oder Bus erreichen lassen. Für Tagesausflüge bietet sich zudem die Zugverbindung ins nahe gelegene Alicante an.

Eine Reise nach Valencia lohnt sich immer

Wer eine Reise hierher plant, wird von der Vielseitigkeit der Stadt begeistert sein. Zwischen historischen Gassen, moderner Architektur und kilometerlangen Sandstränden lässt sich für jeden Geschmack etwas finden.

Im historischen Zentrum von Valencia laden zahlreiche Plätze zum Verweilen ein. Besonders die Altstadt rund um die Kathedrale gehört zu den schönsten Ecken der Stadt und lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein.

Ein Spaziergang durch das Viertel Ciutat Vella führt vorbei an schmalen Gassen, versteckten Innenhöfen und kleinen Plätzen mit Straßencafés. Auch der prachtvolle Plaza del Ayuntamiento mit dem imposanten Rathaus gehört zu den Stationen, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Nicht weit entfernt liegt zudem der Mercado de Colón, eine ehemalige Markthalle im Jugendstil, die heute als schickes Café- und Restaurantviertel dient. Wer Ruhe sucht, findet in den umliegenden kleinen Gassen dennoch immer wieder stille Ecken abseits des Trubels.

Ein weiterer Geheimtipp ist das Künstlerviertel Barrio del Carmen, das für seine bunte Street-Art und die vielen kleinen Bars bekannt ist. Abends verwandeln sich die schmalen Gassen hier in eine der lebendigsten Ausgehmeilen der ganzen Stadt.

Wer es etwas ruhiger mag, sollte einen kurzen Abstecher zu den bereits erwähnten Stadttoren einplanen. Von den Torres de Serranos aus bietet sich ein wunderbarer Blick über die Dächer der Altstadt und den angrenzenden Turia-Park.

Ein besonders sehenswertes Detail befindet sich direkt vor der Basilika an einem der schönsten Plätze der Altstadt. Der dortige Brunnen zeigt eine Figur, die den Fluss Turia symbolisiert, umgeben von acht kleineren Statuen für die wichtigsten Bewässerungskanäle der Region.

Gerade am frühen Abend, wenn sich die Sonne langsam über den historischen Fassaden neigt, entfaltet dieser Ort seinen ganz besonderen Charme. Viele Fotografen und Reisende halten genau hier für einen Moment inne, bevor die Erkundung weitergeht.

Rund um den Platz laden zudem gemütliche Cafés und kleine Restaurants mit Außenterrassen zum Verweilen ein. Wer etwas Zeit mitbringt, kann hier bei einem Kaffee wunderbar das bunte Treiben der Altstadt beobachten und dem Alltag für einen Moment entfliehen.

Von diesem stimmungsvollen Platz aus lassen sich die nächsten Stationen des Rundgangs bequem zu Fuß erreichen. Ein Blick zurück auf die imposante Kulisse lohnt sich dabei allemal, bevor es weiter durch die Gassen der Altstadt geht.

Valencia - Platz von Sankt Marien

Der Platz vor der Basilika, an dem sich Einheimische und Besucher gerne zum Kaffee treffen, zählt zu den lebendigsten Orten der Altstadt. Von hier aus sind zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß erreichbar.

An warmen Sommertagen zieht es die meisten Menschen jedoch an den Strand. Playa de la Malvarrosa und Playa de la Patacona bieten feinen Sand und kristallklares Wasser direkt vor den Toren der Stadt.

Auch das Nachtleben kommt keinesfalls zu kurz. Zahlreiche Bars, Clubs und Strandlokale sorgen bis in die frühen Morgenstunden für ausgelassene Stimmung.

Kulinarisch wird man ebenfalls bestens verwöhnt. Die berühmte Paella Valenciana mit grünen Bohnen, Huhn und Kaninchen stammt ursprünglich aus dieser Region und wird traditionell mit Reis aus der Albufera zubereitet.

Dazu trinkt man am besten eine Horchata aus Mandeln oder Erdmandeln, ein erfrischendes und traditionsreiches Getränk. Auch ein Cebada, ein Malzgetränk, das bereits aus der Römerzeit überliefert ist, erfreut sich großer Beliebtheit.

Wer es lieber prickelnd mag, sollte unbedingt ein Agua de Valencia probieren. Der Cocktail aus Cava, Orangensaft und Orangenschnaps gilt als eine der bekanntesten Spezialitäten der Stadt.

Auch klimatisch gibt es viel zu bieten, denn das milde Mittelmeerklima sorgt für angenehme Temperaturen fast das ganze Jahr über. Selbst im Winter liegen die Tagestemperaturen meist deutlich über 15 Grad.

Für Feinschmecker lohnt sich zudem ein Blick über den Tellerrand der klassischen Paella hinaus. Auch die Fideuà, ein Nudelgericht mit Meeresfrüchten, sowie unzählige kleine Tapas-Bars in der Altstadt laden zum Probieren ein.

Praktisch ist außerdem, dass in der gesamten Region mit Euro bezahlt wird und neben Spanisch auch Valenciano gesprochen wird, eine dem Katalanischen nahestehende Sprache. Die meisten Menschen in Tourismus und Gastronomie sprechen darüber hinaus gutes Englisch.

Auch für Familien mit Kindern gibt es reichlich Abwechslung, etwa im bereits erwähnten Aquarium oder auf den weitläufigen Spielplätzen entlang des Turia-Parks. Viele Strandpromenaden sind zudem flach und gut ausgebaut, was auch mit Kinderwagen einen entspannten Spaziergang ermöglicht.

Wer nach passenden Souvenirs sucht, wird auf den vielen kleinen Märkten und in den Gassen der Altstadt schnell fündig. Handgefertigte Fächer, Keramik und typische Fallas-Figuren gehören zu den beliebtesten Erinnerungsstücken an die Reise.

Auch als Ausgangspunkt für weitere Entdeckungen eignet sich die Stadt hervorragend. Die Küstenorte der Costa Blanca sind bequem mit dem Zug oder Mietwagen erreichbar und bieten sich ideal für einen entspannten Tagesausflug an.

Wer einen Städtetrip mit weiteren Zielen verbinden möchte, findet auch in Barcelona spannende Ergänzungen für die Reiseplanung. Zwischen Geschichte, Architektur, Gastronomie und Strand bietet die Stadt an der Mündung des Turia für nahezu jeden Anspruch das passende Erlebnis.

Ob Kurztrip über ein verlängertes Wochenende oder ausgedehnter Sommerurlaub, ein Besuch lohnt sich zu jeder Jahreszeit. Wer einmal hier war, versteht schnell, warum so viele Reisende immer wieder gerne zurückkehren und der Stadt am Mittelmeer ein weiteres Mal einen Besuch abstatten.

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